Gemeindeverwaltung Edermünde
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Neuigkeiten vom 17. Dezember 2025

Haushaltsrede von Bürgermeister Thomas Petrich

Haushaltsrede von Bürgermeister Thomas Petrich zur Vorlage des Haushaltsplanes 2026 in der Sitzung der Gemeindevertretung am 15. Dezember 2025

Sehr geehrter Herr Vorsitzender,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

seit Monaten können wir beinahe täglich den Medien entnehmen, dass die öffentlichen Haushalte auf allen Ebenen mehr als angespannt sind. Die öffentlichen Ausgaben steigen stark an und die Haushalte werden zusätzlich durch die dringend notwendig gewordenen Ausgaben für die Wiederherstellung der Verteidigungsbereitschaft Deutschlands gefordert.

Die Sorgen und Nöte sind groß und alle politischen Ebenen arbeiten intensiv daran, mit der gegebenen Lage umzugehen und die besten Lösungen zu finden. Ich brauche hier nicht in die Einzelheiten zu gehen, Sie verfolgen alle die Nachrichten und wissen, von was ich rede…

Auch wir in Edermünde können uns diesen Rahmenbedingungen nicht entziehen.

Mit dem Entwurf für das Jahr 2026 lege ich Ihnen nun den zwölften und damit für mich letzten Haushaltsentwurf vor. Und dieser sieht etwas anders aus, als wir das in Edermünde über viele Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte, gewohnt waren:

Der vor Ihnen liegende Entwurf für den Ergebnishaushalt 2026 steht mit über 400.000 EUR im Minus, wir werden im nächsten Jahr kaum Mittel erwirtschaften für Investitionen, wir werden den Finanzmittelbestand der Gemeinde auf das absolute Minimum zurückfahren – und wir werden Kredite benötigen, um unsere geplanten Investitionen zu finanzieren.

Die Ursachen für diese, für uns sehr ungewohnten Eckpunkte einer Haushaltsplanung, liegen aber nicht nur bei den allgemein schwierigen Rahmenbedingungen, sondern in erheblichem Maße auch in der Finanzpolitik des Landes, zum Beispiel der Reform des hessischen Kommunalen Finanzausgleichs.

Sie erinnern sich sicher noch an die Pressemeldung der Landesregierung vom 21. Oktober, in der den hessischen Kommunen eine kurzfristige und unbürokratische Soforthilfe von 300 Millionen Euro angekündigt wurde. Schon kurz darauf wurde uns am 4. November mitgeteilt, dass die Gemeinde Edermünde aus diesem Programm 181.000 EUR erhalten wird. Wir haben uns darüber gefreut! Allerdings nur drei Wochen lang…


+++ Edermünde verliert 650.000 EUR aus dem Kommunalen Finanzausgleich +++

Denn solange wussten wir nicht, dass am 17. November ein Schreiben von Finanzminister Lorz bei uns eingehen würde, dass uns auf einen Schlag stolze 650.000 EUR kostet. An diesem 17. November hat Herr Lorz nämlich allen hessischen Kommunen die konkreten Planungsdaten des Kommunalen Finanzausgleichs für das Haushaltsjahr 2026 übermittelt.

Die HNA-Berichte der letzten Tage skizzieren die Folgen, die die aktuell laufende Reform des KFA im Schwalm-Eder-Kreis hat: In der Fritzlar-Homberger Ausgabe vom Freitag durfte sich mein Kollege aus Knüllwald über deutliche Mehreinnahmen bei den Schlüsselzuweisungen freuen. Am Samstag wurde berichtet, dass Wabern gegenüber dem Vorjahr 150.000 EUR verliert und Bad Zwesten wegen einer Reduzierung von 125.000 EUR den bereits eingebrachten Haushalt nochmals gründlich überarbeiten musste.

Mein Bürgermeisterkollege Luca Fritsch aus Willingshausen, der Sprecher der Kreisgruppe des Hessischen Städte- und Gemeindebundes, hat die Soforthilfe in der vorigen Woche als „Pflaster auf der offenen Wunde“ bezeichnet. Er hat recht damit!

Der HSGB fordert bei der Finanzausstattung der Kommunen grundlegende Reformen statt nur zusätzlicher Schecks, denn Geld ohne Reformen wird nicht helfen - weder beim Sondervermögen noch bei der Soforthilfe: ein Kommunaler Finanzausgleich (KFA), der die massiv gewachsenen Aufgaben realistisch abbildet, echte Entlastung bei Bundes- und Landesgesetzen, die vor Ort teuer umzusetzen sind, sowie einen spürbaren Bürokratieabbau.

Für den Schwalm-Eder-Kreis geht die HSGB-Kreisgruppe momentan davon aus, dass nahezu alle Kommunen nach der Reform des KFA unter dem Strich schlechter dastehen als bislang – in einigen Fällen auch spürbar. Dieses „spürbar“ betrifft auch uns.

Wir werden aufgrund einer verbesserten Steuerkraftmesszahl bei den Schlüsselzuweisungen unmittelbar 375.000 EUR gegenüber 2025 verlieren und damit finanziell auf das Niveau von 2019/2020 zurückfallen. Dazu kommt, dass wir aus dem gleichen Grund bei Kreis- und Schulumlage stärker herangezogen werden, was uns nochmals 275.000 EUR kosten wird.

Meine Damen und Herren, die Zeit der Haushaltsplanung im Herbst ist immer irgendwie besonders. Aber eine solch dramatische Dynamik haben wir noch nicht erlebt. Unabhängig von den Zahlen, mit denen wir nun umzugehen haben, lernen wir daraus auch, dass es durchaus klug ist, den Haushalt erst dann aufzustellen, wenn die maßgeblichen Rahmenbedingungen klar und zuverlässig vorliegen.

Kommen wir zurück auf unseren Entwurf für den Haushalt 2026. Wie gehen wir mit der Situation um?

Keine Frage, unsere Haushaltsituation ist grundsolide und stabil. Aber so auf die Schnelle mal 650.000 EUR im Ergebnishaushalt ausgleichen, das können wir dann auch nicht mehr…

Denn bei dem aktuellen Defizit von 404.300 EUR beim Ordentlichen Ergebnis haben wir mehrere das Defizit reduzierende Faktoren bereits eingerechnet:

Dazu gehört zuerst unser eben erwähnter Anteil an der Soforthilfe des Landes in Höhe von 181.000 EUR. Des Weiteren schlägt der Gemeindevorstand vor, die Grundsteuer B auf den im Oktober neu festgelegten Nivellierungshebesatz des Landes von 320 Punkten anzupassen. Hieraus werden Mehreinnahmen von 142.400 EUR entstehen, die ebenfalls bereits eingerechnet sind. Und die Mehrbelastung aus der Steigerung der Kreis- und Schulumlage um 275.000 EUR können wir schließlich durch eine teilweise Auflösung der FAG-Rücklage nach § 39 Abs. 1 GemHVO ausgleichen.

Da wir das nach Berücksichtigung dieser Maßnahmen noch verbleibende Defizit aus den Überschüssen der Vorjahre ausgleichen können, ist die Genehmigungsfähigkeit des Haushalts trotzdem gegeben und wir brauchen auch nicht über ein Haushaltssicherungskonzept zu reden.

Trotzdem gilt es natürlich, mehr denn je Augen und Ohren offen zu halten, um sorgsam und frühzeitig auf die weiteren Entwicklungen reagieren zu können.

Ich gehe davon aus, dass wir wegen der besonderen Situation und wegen der Kommunalwahlen bis zur Verabschiedung des Haushalts im Februar eine spannende und gleichermaßen wichtige Debatte führen werden, mit welchen Grundeinstellungen und mit welchen Zukunftserwartungen wir an die kommenden Jahre gehen.

+++ Stabiler Haushalt erlaubt gelassene Reaktion in schwierigeren Zeiten +++

Für mich ist völlig klar, dass wir den Kopf nicht in den Sand stecken brauchen! Die Gemeinde Edermünde ist finanziell so gesund, dass wir auch ein paar schwierigere Jahre gut bewältigen können. Mit unserer gesicherten Haushaltslage und weil wir durch unsere traditionell vorsichtige Haushaltsführung so gut wie keine Schulden haben, können wir die aktuellen Herausforderungen gelassen angehen.

Ich schlage Ihnen deshalb mit dem vor Ihnen liegenden Haushaltentwurf vor – und das Titelblatt soll das mit der Übernahme des Mottos „Werte sichern, Zukunft gestalten!“ unseres Modernisierungsprogramms verdeutlichen – dass wir mit unserer Politik nicht eingeschüchtert beidrehen, sondern voll auf Kurs bleiben.

Lassen Sie uns die im Modernisierungsprogramm für 2026 vorgesehen Maßnahmen planmäßig umsetzen und lassen Sie uns auch die bereits begonnenen Investitionsmaßnahmen ohne Abstriche fortführen.

Ich halte es in der gegebenen Situation nicht für richtig, vorgesehene Maßnahmen zu streichen oder unseren sowieso eher knappen Personalbestand abzubauen. Auch unsere wenigen freiwilligen Leistungen, die wichtig sind für das soziale Zusammenleben in unserer Gemeinde, sollten wir nicht anrühren. Bei den Betriebskosten für das Freischwimmbad, bei der Vereinsförderung und bei unserer ausgezeichneten Seniorenarbeit ist bei Weitem nicht so viel zu sparen, wie wir im kommenden Jahr für den Ausgleich des Haushalts benötigen würden.

Mit diesen Vorbemerkungen, meine Damen und Herren, komme ich zu den Einzelheiten. Ich beginne wie gewohnt mit den wichtigsten Daten aus dem Ergebnishaushalt.

+++ Ergebnishaushalt wegen sinkenden Schlüsselzuweisungen nicht ausgeglichen +++

Das Volumen des Ergebnishaushalts überspringt im nächsten Jahr die Grenze von 18 Mio. EUR. Auf der Einnahmenseite stehen 18.182.500 EUR, auf der Ausgabenseite 18.586.800 EUR.

Über die Effekte bei Schlüsselzuweisungen und Kreisumlage habe ich eben schon gesprochen. Hier nochmal die konkreten Zahlen im Überblick:

• Die Schlüsselzuweisungen fallen um 374.700 EUR bzw. 12,2% auf 2.687.700 EUR.

• Die Kreisumlage steigt um 185.600 EUR auf 3.921.900 EUR, die Schulumlage um 87.900 EUR auf nunmehr 1.857.500 EUR.

Bei den Einkommensteueranteilen gehen wir von einem Plus von 4,5% aus und erwarten im kommenden Jahr Einnahmen in Höhe von 6,16 Mio. EUR.

Auch die Einnahmen aus der Gewerbesteuer werden weiter zulegen und sollen bis Ende 2026 bei 2,55 Mio. EUR liegen. Mit der Schaffung der Gewerbeflächen „Lange Heideteile 2“ werden wir außerdem im nächsten Jahr die Grundlage schaffen, um bei den Gewerbesteuereinnahmen weiter zuzulegen.

Bei der Grundsteuer B schlägt der Gemeindevorstand wie gesagt die Anpassung an den neuen Nivellierungshebesatz des Landes vor. Die Anhebung von 275 auf 320 Punkte bedeutet für uns eine Mehreinnahme von 142.400 EUR.

Den Edermünder Anteil aus der Soforthilfe des Landes in Höhe von 181.000 EUR finden Sie übrigens als „Sonstige Zuweisungen des Landes“ auf Seite 188 des Haushaltsentwurfs.

+++ Geplante Sanierungsmaßnahmen sollen 2026 vollständig umgesetzt werden +++

Auf der Ausgabenseite des Ergebnishaushalts gehen wir in die Offensive. Die für 2026 geplanten Maßnahmen, die ich Ihnen nach Abschluss unserer Gebäudebestandsanalyse im September mit dem „Modernisierungsprogramm 2025-2030“ vorgelegt habe, wurden vollständig in den Haushaltsentwurf übernommen. Und darüber hinaus noch einiges mehr…

Mit den finanziellen Ansätzen für diese Maßnahmen steigen die Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen zwangsläufig um fast 270.000 EUR auf über 2,9 Mio. EUR an.

In den Sach- und Dienstleistungen enthalten sind außerdem auch 180.000 EUR für die Umsetzung der EKVO in den Ortsteilen Besse und Grifte sowie Sanierungsmaßnahmen aus dem Modernisierungsprogramm:
• 10.000 € Betonsanierung an der Friedhofshalle Besse
• 60.000 € Sanierung Sportanlagen Besse (u.a. Tennenplatz)
• 35.000 € Renovierungsarbeiten im DGH Besse
• 40.000 € Renovierungsarbeiten im DGH Holzhausen
• 7.000 € Reparatur Trennvorhang Bilsteinhalle Besse
• 28.000 € Fliesen- und Elektroarbeiten im Freischwimmbad Holzhausen
• 23.000 € Beseitigung Feuchtigkeitsschäden in der Friedhofshalle Holzhausen

Bei den Personalkosten liegen die Zeiten größerer Veränderungen erst einmal hinter uns. Letzte große Maßnahme war die Integration des Personals aus den Ganztagsprogrammen unserer Grundschulen, die erfolgreich abgeschlossen wurde.

Für 2026 sind die bereits bekannten tariflichen Steigerungen berücksichtigt. Eine Ausweitung des Stellenplans ist im kommenden Jahr nicht vorgesehen. Im Gegenteil: Wir werden aufgrund der sinkenden Kinderzahlen eine leichte Reduzierung im Kitabereich haben.

Das Stichwort „Kinderzahlen“ führt zum letzten Punkt, den ich beim Ergebnishaushalt ansprechen möchte. Das Defizit im Bereich 06 Kinder-/Jugend- und Familienhilfe steigt erneut um knapp 80.000 EUR an. Wir werden damit aus gemeindlichen Mitteln nahezu 2,8 Mio. EUR zuschießen für eine Aufgabe, die – völlig ohne jeden Zweifel – höchst wertvoll und notwendig ist. Ich will an dieser Stelle betonen, dass wir ausgesprochen stolz auf das gute und umfassende Betreuungsangebot sind, das wir in unseren Kitas und im Ganztag der beiden Grundschulen anbieten.

Gleichzeitig ist das Thema aber auch symptomatisch für die politisch-strukturellen Fehlkonstruktionen in unserem Land. Denn der Rechtsanspruch auf Betreuungsplätze wurde vom Bund per Gesetz festgelegt und die wesentlichen Standards werden von den Bundesländern definiert. In Hessen durch Landesgesetz zusätzlich auch die Beitragsfreiheit für sechs Betreuungsstunden ab dem 3. Lebensjahr.

Bund und Land haben aber leider vergessen, im auskömmlichen Umfang das nötige Geld mitzuschicken, das für die Erfüllung ihrer Versprechen benötigt wird. Das wird den Kommunen überlassen, die am Ende nur noch die Grundsteuerhebesätze immer weiter erhöhen können – oft, nachdem die freiwilligen Leistungen schon den Bach runtergegangen sind!

Die Aufgabe auch für uns heißt also, bei der Bewirtschaftung der Kitas unbedingt auch auf die wirtschaftlichen Faktoren zu schauen. Ich möchte hierzu zwei Punkte ansprechen:

Einmal befinden wir uns mit dem Zweckverband Kitas der Evangelischen Kirche aktuell in ernsten Diskussionen um den Jahresabschluss für das Jahr 2024. Dieser ist deutlich höher ausgefallen, als wir das nach aktuellem Stand akzeptieren können. Die Kirche fordert von uns fast 150.000 EUR nach. Wir werden die weiteren Gespräche nach dem Grundsatz führen, dass wir auch bei einem externen Träger keinen Euro Kosten akzeptieren, den wir nicht auch bei unseren beiden eigenen Kitas haben würden. Nach dem aktuellen Stand können wir leider nicht ausschließen, dass dieses Thema am Ende auf dem Rechtsweg zu klären ist.

+++ Voraussichtliche Außerbetriebnahme der Kita Amselnest im Sommer 2026 +++


Der zweite Punkt hängt mit den weiter sinkenden Kinderzahlen zusammen. Im Sommer 2026 werden etwa 90 Kinder aus den Kitas in die Grundschulen wechseln und nur etwas mehr als 30 Kinder werden neu in die Kitas aufgenommen. Diese Entwicklung trifft den Ortsteil Besse etwas stärker als die anderen Ortsteile. Während wir für die beiden gemeindlichen Kitas nur von einzelnen Gruppenreduzierungen ausgehen, wird in Besse voraussichtlich die kleinere der beiden Kitas komplett außer Betrieb genommen. Denn nach den uns vorgelegten Zahlen der Kirche wird die Kita Amselnest ab Sommer nur noch von 30 Kindern besucht werden und die neue Kita Vogelnest von 58 Kindern.

In einem Abstimmungsgespräch im November hat die Fachaufsicht des Jugendamtes des Schwalm-Eder-Kreises sehr deutlich gemacht, dass sie wegen der geringen Belegungszahlen einen Betrieb beider Einrichtungen in Besse nicht mittragen wird und eine Zusammenlegung der beiden Einrichtungen verlangt.

Der Gemeindevorstand hat inzwischen entschieden, dass er der Vorgabe des Jugendamtes folgen wird. Die Vorbereitung und Durchführung der nächsten Schritte ist nun Aufgabe des Zweckverbandes der Kirche als Träger und Inhaber der Betriebserlaubnisse der beiden Einrichtungen.

Wir hoffen inständig, dass die Kirche bei dem Thema jetzt schnell in Bewegung kommt und die zahlreichen offenen Fragen der Elternschaft und der Elternbeiräte zügig beantwortet werden können.

Bezüglich der weiteren Details würde ich Sie gerne auf die zahlreichen Fußnoten des Ergebnishaushalts verweisen.

Ich komme damit zum Finanzhaushalt.

+++ Finanzhaushalt sieht Investitionen in Höhe von 2,7 Mio. EUR vor +++

Das geplante Investitionsvolumen im Finanzhaushalt liegt im kommenden Jahr bei 2,7 Mio. EUR. Der größte Anteil davon ist nicht neu, sondern setzt lediglich die bereits von Ihnen beschlossenen Verpflichtungsermächtigungen haushaltstechnisch um.

Das betrifft zum einen den Umbau des Planschbeckens im Freischwimmbad, für den durch die VEs 300.000 EUR eingeplant sind. Die Baumaßnahmen sind angelaufen und wir gehen aktuell davon aus, dass die Mittel ausreichen werden und dass der Umbau rechtzeitig vor Beginn der neuen Schwimmbadsaison abgeschlossen werden kann.

Wesentlich größer ist der Ansatz für die Grundsanierung der Bilsteinhalle in Besse. Die bisherige Verpflichtungsermächtigung für die energetische Sanierung des Daches beläuft sich auf 500.000 EUR. Mit diesem Ansatz werden wir nach aktuellem Sachstand nicht auskommen und zusätzlich haben wir bei der Gebäudebestandsanalyse auch Sanierungsbedarfe bei der technischen Ausstattung des Gebäudes festgestellt, die vom Bauamt auf ein Volumen von 321.000 EUR geschätzt werden.

Der Gemeindevorstand spricht sich dafür aus, diese Maßnahmen zusammen zu betrachten und für die grundhafte Sanierung der Bilsteinhalle mit geplantem Kostenvolumen von aktuell 1.020.000 EUR eine Förderung aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ (…Sportmilliarde…) zu beantragen. Der Antrag ist bereits auf den Weg gebracht, da Projektskizzen für die erste Tranche des Programms bis spätestens 15. Januar in Berlin vorliegen müssen. Wir hoffen auf eine Förderung von 45% der Gesamtkosten.

Eine weitere Verpflichtungsermächtigung über 75.000 EUR aus dem eben beschlossenen Nachtragshaushalt betrifft den von der Gemeinde zu leistenden Ausbau der neuen Bücherei und der DGH-Räume im „Hof Werner“ in der Bahnhofstraße in Grifte. Wir gehen nach den letzten Aussagen des Investors davon aus, dass die neuen Räume im Juni 2026 bezogen werden können. Wer in diesen Wochen durch die Bahnhofstraße fährt, der kann schon sehr gut sehen, sehen wie sich die alte Hofreite zu einer echten Perle entwickelt. Gut, dass wir diese Entscheidungen für Grifte getroffen haben!

Über die Verpflichtungsermächtigungen hinaus planen wir mit einem Ansatz von 400.000 EUR den Bau eines Radwegs zwischen dem Grifter Bahnhof und dem Kreisel. Damit soll dieses Areal einschließlich der wichtigen Bushaltestelle verkehrstechnisch vernünftig geordnet und die bestehende Lücke im Ederradweg adäquat geschlossen werden. Leider haben wir dazu noch eine echte Nuss zu knacken, den Hessen Mobil hat uns gerade in der vorigen Woche mitgeteilt, dass man auch auf der Seite von KiK und Mannamia den Bau eines kombinierten Rad- und Gehweges mit den entsprechenden Breiten verlangt, die baulich an dieser Stelle nicht abbildbar wären. Wir halten einen zweiten Gehweg auch für unnötig, der einseitige Gehweg auf der Seite von Rewe und Aldi erschließt Supermärkte, Bahnhof und Bushaltestelle und ist damit aus unserer Sicht absolut ausreichend.

Weitere Investitionen sind in die technische Ausstattung geplant. Im Schwimmbad wollen wir zwei große Pumpen erneuern. Dafür benötigen wir 80.000 EUR und werden dafür eine Förderung von 75% bekommen. In die Fahrzeugausstattung des Bauhofs wollen wir 140.000 EUR investieren für einen Mehrzweckgeräteträger mit Drehgelenk und entsprechenden Anbau. Das Fahrzeug wird einen abgängigen Großmäher ersetzen und gleichzeitig die Arbeitsmöglichkeiten der Kolleginnen und Kollegen breiter und effektiver machen.

Der letzte Punkt, den ich beim Finanzhaushalt gesondert erwähne, betrifft einen kalkulatorischen Ansatz von 308.000 EUR für Flächenerwerb. Diese Position hat mit ihrem Beschluss aus der Septembersitzung bezüglich der Flächensuche für ein neues DGH Haldorf und einen zukünftigen Feuerwehrstützpunkt zu tun. Gemäß ihrem Auftrag, dieses Thema zu „priorisieren“, arbeiten wir verwaltungsseitig hochintensiv an einer Lösungsfindung und hoffen darauf, Ihnen in absehbarer Zeit einen konkreten Handlungsvorschlag vorlegen zu können. Über den aktuellen Sachstand unserer Arbeit haben wir ja am Donnerstag in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses ausführlich gesprochen…

+++ Kreditaufnahme für Investitionen erforderlich / Liquiditätskredit zur Absicherung +++

Da wir aus dem Ergebnishaushalt aufgrund der vorgenannten Entwicklungen nur noch einen Zahlungsmittelüberschuss von nur noch 130.200 EUR erwirtschaften können, ist zur Durchfinanzierung der geplanten Investitionen eine Kreditaufnahme im Volumen von 1,1 Mio. EUR erforderlich.

Aus meiner Sicht sind die Verpflichtungen aus dieser Kreditaufnahme guten Gewissens leistbar, denn wir werden für unsere Gemeinde wertvolle und nachhaltige Gegenwerte schaffen, die insbesondere auch den folgenden Generationen zugutekommen. Außerdem ist der Schuldenstand der Gemeinde in 2025 weiter gesunken und liegt aktuell bei 521.003 EUR, die rechnerische Pro-Kopf-Verschuldung beträgt dementsprechend 70,68 EUR.

Zur Absicherung der unterjährigen Liquidität bitten wir abschließend erneut um die vorsorgliche Genehmigung eines Kassenkreditvolumens von maximal 500.000 EUR.

Als aller letzten Punkt möchte ich erwähnen, dass wir unsere Haushaltsgenehmigung für 2026 kurzfristig nach Beschluss des Haushalts durch die Gemeindevertretung erwarten. Denn die rückständigen Jahresabschlüsse sind fast fertig aufgearbeitet und der Gemeindevorstand wird den Jahresabschluss 2024 im Januar feststellen.

Bei den Kolleginnen und Kollegen unserer Finanzabteilung, die all diese Aufgaben managen und dabei immer die Übersicht behalten, bedanke ich mir für das außerordentliche Engagement und die sorgfältige Arbeit zugunsten unserer Gemeinde.

Im Namen des Gemeindevorstandes darf ich Sie jetzt bitten, den Entwurf in ihren Fraktionen zu beraten und in der nächsten Sitzung der Gemeindevertretung am 23. Februar 2026 zu beschließen.

Vielen Dank!


Kennzahlen Haushalt 2026

Ergebnishaushalt
Erträge 18.182.500 EUR
Aufwendungen 18.586.800 EUR
Saldo (Defizit) - 404.300 EUR

Finanzhaushalt
Investitionen 2.749.600 EUR
Kreditaufnahme 2026 1.100.000 EUR

Schuldenstand per 01.01.26 521.003 EUR
Zinslast 2026 17.341 EUR

Hebesätze
Grundsteuer A 395
Grundsteuer B 320
Gewerbesteuer 420

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